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Lüneburg wird „Kantstadt"


© Ostpreußisches Landesmuseum mit Deutschbaltischer Abteilung

Lüneburg wird Kantstadt. Bis 2024 entsteht am Ostpreußischen Landesmuseum mitten

in der Altstadt ein Neubau für eine neue Dauerausstellung zu Immanuel Kant und

seinem Wirken in der europäischen Aufklärung. Lüneburg wird zum zentralen

Erinnerungsort für den großen Philosophen aus Königsberg.


Der Bau schließt die lange als Parkplatz genutzte Baulücke in der Ritterstraße direkt

neben dem bestehenden Museumgebäude. Aus einer europaweiten Ausschreibung

ging jetzt das bekannte Architekturbüro Gregor Sunder-Plassmann als Sieger hervor,

das bereits für den als Foyer genutzten Museumsanbau von 2015 verantwortlich

zeichnete. Klar und funktional passt sich der dreistöckige Entwurf in die Lüneburger

Altstadt ein. Auch die Ausstellungsgestaltung übernimmt das Büro, federführend ist

Johanna Sunder-Plassmann. Als Tochter des Architekten garantiert sie eine enge

Abstimmung von Architektur und Ausstellung. Sie gestaltete bereits das prämierte

„Museum der Unschuld“ in Istanbul und war zuletzt im Berliner Humboldt-Forum und

im Nürnberger Spielzeugmuseum aktiv.


National und international wird Lüneburg aber schon jetzt zur „Kantstadt“. Vom 30.9.

bis 2.10. fand – ausgerichtet vom Ostpreußischen Landesmuseum – die wissenschaftliche

Tagung „Immanuel Kant und sein Wirkungsort Königsberg“ mit Fachwissenschaftlern

aus vielen Ländern in den Räumlichkeiten des Museums Lüneburg statt. Den Höhepunkt

bildete der Festakt im Fürstensaal des Rathauses. Den Festvortrag übernahm der

berühmte Kantexperte Volker Gerhardt, der Kant gegenüber heutigen Kritikern als

Theoretiker des Weltbürgertums exponierte. Der niedersächsische Minister für Kultur

und Wissenschaft, Björn Thümler, hob hervor, dass Niedersachsen durch die Kant-

Ausstellung und dessen „Kantforum“ noch stärker zu einem Zentrum für Aufklärung

wird. Der modernen Universität Leuphana stehe zukünftig in Lüneburg eine weitere

Begegnungsstätte für den gesellschaftlichen Diskurs zur Seite. Mit den Einträgen in das

Goldene Buch der Stadt durch den Minister, Vertreter des Ostpreußischen

Landesmuseums sowie der Historischen Kommission für ost- und westpreußische

Landesforschung bekannte sich die Stadt sozusagen offiziell als Erinnerungsort für den

wichtigsten Denker der Moderne.


Kant ist heute der meistgelesene Philosoph der Welt. Wie kein Zweiter bietet sein

Denken uns Orientierung in einer rasch sich verändernden Welt und deckt das

gemeinsame moralische Fundament aller Menschen auf. Auch die Reflexion auf die

eigenen Erkenntnisbedingungen und der vernunftbasierte Umgang mit andersartigen

Meinungen bleiben unser Erbe der Aufklärung und sind in Zeiten von

Kommunikationsblasen und Fake News für jeden relevant. Die Grundwerte der

westlichen Demokratien, aber auch die EU und UNO, sind stark von den Überlegungen

des Königsberger Philosophen inspiriert. Mit Kant gewinnt Lüneburg internationale

Ausstrahlung. [PM des Ostpreußischen Landesmuseums mit Deutschbaltischer Abteilung]

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