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Eine Glückwunschadresse für die „Livländische Adelige Güter-Kredit-Sozietät“ von 1902

ARCHIVALIA BALTICA ONLINE 7. Ausgabe (Juni 2023)

Titelblatt der Glückwunschadresse für die „Livländische Adelige Güter-Kredit-Sozietät“ für „Livländische Adelige Güter-Kredit-Sozietät“
Prachtvoll gestalteter Einband der Glückwunschadresse für die „Livländische Adelige Güter-Kredit-Sozietät“ mit dem Wappen der Livl. Ritterschaft

Für „ein langes, ungestörtes Fortgedeihen zum Heile Livlands“ – eine Glückwunschadresse, gerettet durch Hermann v. Engelhardt

Im Jahre 2018 übergab Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Axel Frhr. v. Campenhausen dem Carl-Schirren-Archiv in Lüneburg als Geschenk die Glückwunschadresse der Livländischen Ritterschaft an die „Livländische Adelige Güter-Kredit-Sozietät“, die die Ritterschaft 1902 der Sozietät aus Anlaß ihrer Gründung vor 100 Jahren zugeeignet hatte. Axel v. Campenhausen hatte dieses Dokument 1974 von Jürgen v. Engelhardt (1910-1982) erhalten, der es von seinem Vater Hermann v. Engelhardt (1872-1954, DBBL, S. 191) geerbt hatte, der es wiederum als Rat der Sozietät bei der allgemeinen Auflösung 1919 gerettet und über alle weiteren Brüche und Umbrüche des 20. Jhs. bewahrt hatte.


1 . Seite der Glükwunschadresse
Erstes Blatt des schmuckvoll gestalteten Textteils der Glückwunschadresse (CSA 140 Baltikum 99,2)

Livland: Großgrundbesitz und ein starker estnischer und lettischer Bauernstand

Die Livländische Ritterschaft sah 1902 zwei besondere Gründe, der Güter-Kredit-Sozietät, die einst aus der Mitte der Ritterschaft hervorgegangen war, zum 100. Gründungstag zu gratulieren:


1. Die Güter-Kredit-Sozietät hatte den Großgrundbesitz, „die politische Kraft der Provinz“, die Anfang des Jahrhunderts „von Kriegs- und Hungersnoth heimgesucht [und] eine schwere landwirthschaftliche Krisis überstehen mußte […] vor einem wirthschaftlichen Zusammenbruch“ gerettet.



Seite 2 der Glückwunschadresse
Letztes Blatt des Textteils mit den Unterschriften von Balthasar v. Campenhausen und Friedrich v. Meyendorff (CSA 140 Baltikum 99,3)


2. Sie stellte sich dann „ein Menschenalter später […] in den Dienst der neuen Ideen, die auf die Bildung eines selbständigen bäuerlichen Grundbesitzes gerichtet waren und schuf die gewaltigen Mittel, die dem Bauernstande Livlands die Möglichkeit boten, zu gesichertem Grundeigentum und damit zu wirthschaftlicher Prosperität zu gelangen. So hat die Jubilarin Livland, dessen Wohlstand in dem Gedeihen des Groß- und Kleingrundbesitzerstandes wurzelt, unschätzbare Dienste geleistet.“


Repräsentanten Livlands: Balthasar v. Campenhausen u. Friedrich v. Meyendorff

Unterzeichnet haben die Urkunde der residierende Landrat Balthasar v. Campenhausen (1840-1909) aus dem Hause Wesselshof, Besitzer von Aahof (18 km nö. Riga), Sohn des Theophil v. Campenhausen und der Isabell v. Wolff, und der politisch bedeutende Landmarschall Friedrich Frhr. v. Meyendorff (1839-1911; DBBL, S. 512).


Peter Wörster


Literaturhinweise:

Baron Hermann Engelhardt: Zur Geschichte der Livländischen adeligen Güterkreditsozietät. Riga 1902.

Hans-Dieter v. Engelhardt u. Hubertus Neuschäffer: Die Livländische Gemeinnützige und Ökonomische Sozietät (1792-1939). Ein Beitrag zur Argrargeschichte des Ostseeraums. Köln u. Wien 1983.

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